Stomptrap Foto Jansson Eigenbrodt, Janssons-Gitarrentalk
Stomptrap Foto Jansson Eigenbrodt, Janssons-Gitarrentalk

STOMPTRAP

Es gibt wenig bis gar nichts Neues im FX-Pedal-Land.

Ab und zu ein Fuzz, vielleicht mal wieder ein Overdrive. Jeweils in mehr oder weniger neuem Gewand, teilweise mit irgendwelchen obskuren Reglern oder Schaltern, die das Gerät flexibel machen sollen, wie es noch vorher nie ein anderes war.

Worte wie Verzerrer werden bei mir inzwischen schon gleich vom Spamfilter zwischen Auge und Hirn geblockt. Ist so eine Art Bio-Ad-Blocker.

 Das Vahlbruch Pipeline oder das BBQ waren erholsame Ausnahmen. Auch das Dakota Red seinerzeit. Nicht, weil sie so innovativ waren, sondern weil sie einfach so unsagbar gut sind. Oder so unglaublich praktisch. Oder einfach extrem gasolin. Aber sonst? Gähnende Langeweile, die von den Herstellern anfallartig durch Spam-Attacken beworben wird. 

Ein Teil, das mich neugierig macht

Und plötzlich passiert es doch mal wieder. Wie aus dem Nichts präsentiert ganz bescheiden und vorsichtig irgendjemand etwas, das mir ins Auge springt.

Ein Teil oder ein Gerät, das mich anspricht.

Etwas, das endlich mal wieder meine Aufmerksamkeit erregt und mich neugierig macht.

So ist es mir mit dem Stomptrap gegangen.  

 

Stomptrap?  Nie gehört.  Was´ das denn?   -Eben.

Keine Arbeit, die man eben schnell in der Mittagspause erledigt

 

Das Stomptrap ist eine Art Klammer, mit der man Mini-Pedale sehr sicher und kippelfest auf dem Board befestigen kann.

Eine Klammer ist ja nun auch nicht so neu, und ich bin eher nicht so der Mini-Pedal-Typ. Aber es gefällt mir unheimlich gut, wenn Leute ein Problem erkennen, sich eine Lösung dafür überlegen und diese auch noch gut umsetzen.

Mark Leewe hat genau das mit Stomptrap gemacht.

Er sagt, dass die Mini-Pedale durch ihre kleine Grundfläche nur schlecht mit Klett auf dem Board halten, außerdem neigen sie durch das Klett zum Kippeln.

Seine Lösung dafür ist, die Grundfläche der Minis zu vergrößern. Auf der größeren Fläche müssen die Pedale sicher befestigt werden, sonst verlagert man das Problem ja nur vom Board auf die größere Fläche. Also werden die Minis mit zwei starken Klammern auf ihrer Zusatzsohle gehalten. Das ist clever, weil es so simpel ist.

Simpel in der Anwendung jedenfalls. Einfach  einklemmen, schon hält das gute Mini-Pedal. Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass das Stomptrap sehr sorgfältig überlegt und aufwändig gebaut ist.

Die Form der metallenen Grundplatte ist nicht schlicht  rechteckig, sondern wie ein Knochen geformt. So können mehrere Stomptraps wie Knochensteine auf der Terrasse ineinander greifend platzsparend angeordnet werden. 

 

Die Platte lässt sich aufs Board kletten oder schrauben. Die  Schraubenlöcher sind sauber versenkt, damit das Pedal nicht auf überstehenden Schraubenköpfen kippelt.

Die beiden Haltefedern sind nicht einfach nur auf die Platte gepunktet. Für sie wurden eigens Vertiefungen gefräst, so dass die Oberfläche der Grundplatte schön eben ist. Wieder ein Pluspunkt in Sachen kippelfreier Sitz des Pedals. Die Enden der Federn wurden in eine Art Gummilack getaucht, der die Pedale vor Kratzern schützt. Das Ganze ist sicher keine Arbeit, die man eben schnell in der Mittagspause erledigt.

 

Ich habe probehalber einen Orion Minus Booster ins Stomptrap geklemmt. Ohne Klett und ohne extra Gummifüße. Schließlich wollte ich ja nun auch wissen, wie sicher das Mini-Pedal im Stomptrap gehalten wird. Definitiv: herausschütteln konnte ich das Pedal nicht. Es war schon schwer, das Pedal im Nachhinein noch etwas auszurichten. Die Federn sind echt sau-kräftig. Mir fällt keine Anwendung ein, bei der das Pedal seinen Halt im Stomptrap verlieren könnte. Den Gummihüllen sei Dank gab es auch keine neuen Kratzer am Pedal.

 

Auf mein Board habe ich das Stomptrap nicht geklettet, weil es eine Grundfläche einnimmt, die ungefähr der eines Pipelines oder BBQ ohne den Platz für die Kabel entspricht. Diese Größe der Haftfläche ist erwiesener Maßen groß genug für einen festen Sitz  auf dem Board. Wenn das nicht hält, liegt es mit Sicherheit am verwendeten Klett. Damit das so gut wie nur möglich geklebt werden kann, wird sogar extra ein Reinigungs mitgeliefert, mit dem man die Klebeflächen schön fettfrei machen kann. Dazu gibt es noch Gummifüße, falls man eine Klett-Allergie hat. 

Mark hat echt an alles gedacht.

 

Alle brauchen STOMPTRAP. Sie wissen es nur noch nicht

 

Wer braucht das Stomptrap denn nun? Ich sage euch was: ALLE.

Alle, die Mini-Pedale haben, brauchen Stomptrap. Sie wissen es nur noch nicht.

Für mich ist das Stomptrap eine dieser Sachen, von denen man nicht wusste, dass man sie vermisst. Bis man sie probiert hat.

Wer seine unklettbaren Mini-Pedale nicht mit diesen furchtbaren Kabelbindern befestigen will braucht Stomptrap.

Ich werde mir zwei oder drei der Klammern in den Combo schrauben. Für die nächste Session, wo man eigentlich nur mit Amp und Gitarre antanzt, kann ich mir ein paar unverzichtbare Pedale einfach in den Amp klippsen.

Schade, dass es Stomptrap nicht auch für größere Pedale gibt.

 

Mark, wir müssen reden.

Hier sind noch ein paar wichtige Links, damit ihr nicht so lange suchen müsst

 

Danke für's Lesen.

Euer Jansson